Ausbruch der ASP in Westpolen -

Die Gefahr eines Eintrags nach Deutschland ist unverändert hoch

 

 

 

 

Die ASP ist näher an Deutschland herangerückt.

 

Während Mitte November die polnischen Veterinärbehörden bereits einen Seuchenherd der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Westpolen, etwa 90 km süd-westlich von Posen und damit nur rund 80 km von der deutsch-polnischen Grenze entfernt, identifizierten, sorgt die Meldung vom 2. Dezember für noch mehr Unruhe. So sind weitere Wildschweinkadaver nur mehr 40 km entfernt von der Grenze zu Brandenburg entdeckt und die ASP nachgewiesen worden. Es ist damit zu rechnen, dass weitere mit dem Virus infizierte Kadaver gefunden werden.

 

Die auf deutscher Seite betroffenen Bundesländer haben ihre Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen seit dem Bekanntwerden der ersten Ausbrüche in Westpolen intensiviert. Aktuell erfolgt durch die Bundesländer eine Bewertung und Beurteilung, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind und ergriffen werden müssen.

 

Welche Bedeutung hat die Schwarzwilddichte?

Die Bedeutung der Schwarzwilddichte ist für den Ausbruch zweitrangig. Allerdings verbreitet sich die Seuche bei hoher Dichte wesentlich schneller.

 

Gefahr von „Seuchensprüngen“

Bislang ist die Ursache für den neuen Seuchenausbruch ungeklärt. Der neue Seuchenfall unterstreicht jedoch die enorme Gefahr von „Seuchensprüngen“ bei der ASP.

 

Der Mensch ist das größte Risiko für die Einschleppung der Seuche.

Die bisherigen Erfahrungen mit ASP- Ausbrüchen in Europa belegen, dass der Mensch ein entscheidender Verbringungsfaktor („Vektor“) ist und gerade diese „Seuchensprünge“ zu verantworten hat. Insbesondere das unachtsame Entsorgen von kontaminierten Lebensmitteln wie etwa Wurstsemmeln oder Essens- oder Fleischreste kann zur spontanen Verbringung des Erregers über weite Strecken und Einschleppung an irgendeinem Ort führen. Die gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur und Anbindung nach Deutschland kann als ein weiterer Risikofaktor für eine mögliche Verschleppung der ASP angesehen werden.

 

Freiwillige vor! - Kadaversuchaktionen bei möglichem ASP-Ausbruch

Das Ministerium hat den Bayerischen Jagdverband um Unterstützung gebeten bei der Suche nach Freiwilligen für die Kadaversuche im Seuchenfall.  Der BJV bittet deshalb die Revierinhaber, zusammen mit ihren jeweiligen Kreisgruppenvorsitzenden oder Hegegemeinschaftsleitern zu überlegen, ob sie selbst oder bekannte Personen –  eventuell mit geeigneten Hunden – im Ernstfall für die Kadaversuche zur Verfügung stehen.

 

Warum sollte der mögliche Suchtrupp schon heute organisiert werden?

Ist ein ASP-Ausbruch amtlich bestätigt, fordert die EU-Kommission, dass innerhalb von 48 Stunden der „Suchtrupp“ im ausgewiesenen Kerngebiet eine intensive Kadaversuche vornimmt. Deshalb sollten am besten noch in „Friedenszeiten“ ausreichend freiwillige Helfer da sein, auf die man im Ernstfall dann zurückgreifen kann. Die örtliche Veterinärbehörde ist dankbar, wenn ihr ein Ansprechpartner auf KG-Ebene benannt wird, über den dann der Suchtrupp mobil gemacht werden kann.

 

Die Behörde kann auch Dritte beauftragen

Zusätzlich zu der Durchsuchung des Kerngebietes werden weitere koordinierte Suchen im gesamten Restriktionsgebiet erfolgen.

Im Ausbruchsfall kann die Behörde dann zusammen mit dem Ansprechpartner aus der Kreisgruppe den Suchtrupp ad hoc mobilisieren. Denn im kann die Behörde auch Dritte mit der Fallwildsuche beauftragen, wenn der Revierinhaber die Suche nicht selbst durchführen kann, verhindert ist oder keine unterstützenden Personen zu benennen vermag. Allerdings werden großflächige Suchaktionen mit revierfremden Personen nicht unbedingt für sinnvoll erachtet, sondern vielmehr wird das gezielte Absuchen von bekannten Einständen der Tiere durch den Jagdausübungsberechtigten und weiteren ortskundigen Jägern empfohlen.

 

Noch nicht geklärt sind die Rahmenbedingungen für die freiwillige Kadaversuche, also wie der Versicherungsschutz für die Freiwilligen gewährleistet wird oder wie die Modalitäten zur Freistellung vom Arbeitgeber aussehen können. Dazu werden weitere Gespräche mit dem Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz stattfinden. 

 

Hintergrundinfo: Da Kadaver unter Umständen sehr lange infektiös bleiben können, stellen sie es eine mögliche Ansteckungsquelle für andere Wildschweine dar. Daher ist das Fallwild im gefährdeten Gebiet sofort zu bergen, in Verwahrstellen zu verbringen und unschädlich zu beseitigen. Es muss auch darauf hingewiesen werden, dass jeglicher direkter Kontakt mit Kadavern auf das Nötigste zu beschränken ist und Kleidung und Gegenstände, die damit in Kontakt gekommen sind, zu desinfizieren oder zu entsorgen sind.

 

Für die Bergung des Fallwildes werden von der zuständigen kommunalen Behörde Bergeteams gebildet, die zuvor im Umgang mit infiziertem Fallwild geschult werden. Den Such- und Bergeteams stellt das Ministerium Schulungsunterlagen zur Verfügung, die auch auf der Homepage des StMUV abgerufen werden können.

 

https://www.stmuv.bayern.de/themen/tiergesundheit_tierschutz/tiergesundheit/krankheiten/asp/doc/schulungsunterlagen_suchtrupps_bergeteams.pdf

Ansprechpartnerin: Dr. Claudia Gangl, Referentin für Tierkrankheiten, Tierernährung und Tierschutz, Tel.: 089 / 99 02 34-14, E-Mail: c.gangl@jagd-bayern.de