Schwarzwildforum im Landratsamt

 

 

Zum wiederholten Male lud unser Landratsamt Vertreter von Forst, Jagd, Landwirtschaft, Waldbesitz … zum Schwarzwildforum. Als Premiere: in den großen Sitzungssaal im Landratsamt.

Das diesjährige Schwarzwildforum stand allein unter der Überschrift „Afrikanische Schweinepest“. Betroffenheit schaffend, emotional berührend, fast schon bewegend waren die Ausführungen von Chefveterinär Dr. Thomas Kellner und der Leiterin der Katastrohenschutzbehörde Regina Rybka. „es ist nicht die Frage ob – sondern nur „wann“ die Afrikanische Schweinepest auf uns zukommt“ so Dr. Kellner in seinem Referat.

 

Falls in Deutschland, Bayern oder sogar im Landkreis Donau-Ries ein positiver ASP-Befund vorkäme, hätte dies verheerende Folgen für die Schweinezüchter in diesem Gebiet. Aber auch das Konsumverhalten der Bevölkerung und schlussendlich die uns bekannte Jagd – wäre nicht mehr die, wie wir Sie heute kennen (Schonzeitaufhebung, Aufhebung des Jagdrechts, TierseuchenG …)

Überträger bzw. Verbreiter dieser lediglich für Schweine ansteckenden bzw. tödlichen Krankheit ist insbesondere Mensch durch sein alltägliches Verhalten.

Wir Jäger wurden aufgefordert erhöhte Vorsicht und Sensibilität an den Tag zu legen. Einmal bei Jagdreisen in ASP-betroffene Gebiete, somit Risikogebiete (Baltikum, Moldawien, Tschechien, Polen ….), sowie bei der Organbeschau geschossener Wildschweine (Niere, Leber, Milz, Lymphe ….) aber auch Auffälligkeiten bei der „Lebendbeschau“ (auffällige Trägheit, Bleiben in der Suhle, Durchfall ….).

Leider gibt es keinen Impfstoff gegen diese verheerende Tierseuche. Diesen wird es auch in absehbarer Zeit nicht geben. Daher können ausschließlich hygienische Maßnahmen und die Reduktion der Wildschweinbestände zu Vorbeugung und Bekämpfung eingesetzt werden.

Das ASP-Virus ist außerordentlich widerstandsfähig, ein unachtsam entsorgtes Wurstbrot kann ausreichen um die Seuche einzuschleppen. Frisches, sogar gefrorenes, gepökeltes oder geräuchertes Fleisch sowie Wurstwaren können über lange Zeit infektiös sein. Deshalb sollten Urlauber, Fernfahrer und andere Reisende aus dem Baltikum, Russland, Weißrussland oder der Ukraine Essensreste mit Haus- oder Wildschweinfleisch nur in fest verschlossenen Müllbehältern entsorgen.

Eine Verbreitung von Schweinepestviren durch den Menschen ist durch kontaminierte Kleidung und Schuhe, sowie Gerätschaften möglich.

Besondere Hygiene ist notwendig bei Gegenständen, die Kontakt zu Wildschweinblut hatten. Hierzu gehören unter anderem Stiefel, Lappen, Wildwannen, Messer und Kleidungsstücke. Hier empfiehlt Dr. Kellner eine entsprechende Desinfektion. Im Zweifel zumindest mit einer 5 %igen Zitronensäurelösung.

Auch Jagdtrophäen vom Wildschwein aus den betroffenen Regionen können ein Einschleppungsrisiko darstellen. 

Momentan sind viele Dinge ungeklärt und hypothetisch. Bei manchem können wir nur hoffen, dass es hypothetisch bleibt.

Einig war man sich darüber, dass breite Information unbedingt notwendig ist, dass zu unterschiedlichen Themenbereichen an unterschiedliche Adressaten Merkblätter erstellt werden müssen und dass es eine Informationsveranstaltung für Jäger (auch Jagdgenossen …) zeitnah geben wird.

Offene Fragen bzw. ungeklärt ist:

 

-          Prozess der „Aufwandsentschädigung (20 Euro)“ durch die Bayer. Staatsregierung

-          Wie/wann erfolgt eine Schonzeitaufhebung

-          Auswirkungen auf TierschutzG, NaturschutzG ….

-          Umgang/Erstattung von Wildschäden im „Gefährdeten Bezirk“

-          Sonderkündigungsrechte seitens der Jagdpächter im ASP-Fall, bzw. Aussetzung der Jagdpachtzahlungen

-          und vieles weitere mehr

 

 

Als Fazit ist festzuhalten:

 

Von uns Jägern ist Sorgfalt und Aufmerksamkeit bei der Jagd und intensive Jagd auf Wildschweinbestände gefordert.

Wir müssen Verständnis für die Situation unserer Landwirte (hier Schweinemäster) haben.

Aber auch die Solidarität (bzw. Unterstützung) unter den Landwirten ist auf das höchste Maße gefordert (z.B. Anlage von Schussschneißen, Verhalten im Wildschadensfall, Information/Kommunikation mit dem Jäger ….).

 

Nicht alles was der Bauernverband fordert ist und kann im Sinne der Jagd sein (Jäger schafft euch ein Nachtzielgerät an, Jäger lege einen Saufang an …..)

 

Weitere Informationen, Artikel zu diesem Thema, verwendete Präsentationen …. auf www.jagdverband-donauwoerth.de.

 

 

R.O.