image001.gif

 

„Jägerinnen“

 

Vortrag:

30 Jahre Tschernobyl -

Wie belastet sind bayerische Lebensmittel

 



Am 13.01.2017 im Parkhotel Donauwörth

 

Hoch über den Dächern Donauwörths trafen sich im Parkhotel 8 interessierte Jägerinnen und Jäger zu einem hochinteressanten Vortrag zum Thema: 30 Jahre Tschernobyl – Wie belastet sind bayerische Lebensmittel, explizit unser bayerisches Wild.

 

Herr Manfred Biegler ist Mitbegründer einer Firma für Strahlenschutz, die deutschlandweit und in der Schweiz hauptsächlich für Kernkraftwerke sowie Forschungsinstitute wie auch ein Kinderkrebszentrum tätig ist. Er hat sich als Lebensgefährte einer unserer Jägerinnen zu dem Vortrag bereit erklärt, obwohl er seiner Aussage nach „mit der Jagd eigentlich gar nichts am Hut hat – außer (Atom-) Teilchen zu jagen“, uns Laien auf diesem Gebiet an diesem Abend ein bisschen Licht ins Dunkel und aus dem verwirrenden Mediendschungel zu bringen.

 

Gleich zu Beginn erklärte uns ein Kurzfilm auf einfache und anschauliche Weise: „Was ist Radioaktivität“, wie und wo wirkt diese unsichtbare Strahlenkraft. Im Anschluss sahen wir ein Video, das auch auf der Homepage des Bayerischen Rundfunks unter BR „Faszination Wissen“ vom 16.04.2016 unter dem oben genannten Titel zu finden ist. In diesem Video wurde unter anderem davon berichtet, wie es um die Belastung durch radioaktives Cäsium in Lebensmitteln wie Kartoffeln aus dem Donaumoos, Pilze bes. die Hirschtrüffel aus dem Berchtesgadener Land und Wildschweinfleisch aus dem Bayerischen Wald bestellt ist.

 

Zusammenfassend zu diesem Video ist zu sagen, dass die Kartoffeln ziemlich unbelastet sind im Gegensatz zu den Hirschtrüffeln, die zum Teil über dem gesetzlich zugelassenen Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilogramm liegen sowie die gemessenen Wildschweine, die z.T. weit über 4000 und noch mehr Becquerel liegen. Der „Rekord“ liegt bei 48000 Becquerel!!

 

Nach einer kurzen Pause ging Herr Biegler kurz auf die Grundbegriffe wie: historischer Abriss, Radioaktivität, Dosisbegriffe, Unterschied Aktivität/Dosis, Strahlenmessgeräte, somatische Schäden und Spätschäden durch Radioaktivität am Menschen wie Krebs in den diversen Formen ein, je nachdem, wo die Entartung der Zellen stattgefunden hat (Lunge, Knochen, Knochenmark).

 

Er erläuterte uns auch in für uns Laien verständlichen Worten, was damals vor 30 Jahren in Tschernobyl eigentlich genau passiert ist und dass ein solcher GAU dieser Art in Deutschland niemals hätte stattfinden können.

 

Durch den Regen, der wetterbedingt über Teile von Bayern in den Boden gelangt ist, wurde das radioaktive Cäsium mit einer Halbwertszeit von ca. 30 Jahren im Boden gespeichert und es kommt nun durch die Anreicherung dieses Stoffes durch manche speziellen Pflanzen (siehe Hirschtrüffel) zu einem ständigen Kreislauf dieses Stoffes.

 

Nachdem unsere Wildschweine eine natürliche Gier auf diese Pilze entwickelt haben, kommt es zu einer erhöhten Strahlenbelastung dieser Tiere und wir als Jägerinnen und Jäger haben somit die Pflicht, durch regelmäßige Untersuchungen bei dementsprechenden Stellen, die Aktivität unseres Wildfleisches dokumentieren zu lassen und nur Fleisch in Umlauf zu bringen, das sich innerhalb des gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwertes von max. 600 Becquerel/kg (in der Schweiz im Übrigen bei 1250 Becquerel/kg!!) befindet. Somit sind wir immer auf der sicheren Seite und wir werden für die Schweine mit einer höheren Belastung ja auch von anderer staatlichen Stelle dafür finanziell entschädigt.

 

Die Quintessenz dieses Vortrages lautet aber eindeutig, dass bei medizinischen, manchmal auch mehrfachen, Untersuchungen durch ein CT/Röntgen eine sehr viel höhere Belastung durch ionisierende Strahlung auf uns einwirkt und es dafür – zum Patientenwohl - aber gar keine gesetzlichen Grenzwerte gibt.

 

Manche Nahrungsmittel wie Biokarotten (40K, Pilze oder auch  Paranüsse 226 Ra) enthalten oft auch hohe Dosen an Aktivität, von denen wir als Verbraucher gar nichts wissen.

 

Wir sind durch die natürliche Strahlung im Gebirge oder bei Langstreckenflügen auch einer erhöhten Gefahr der Strahlung ausgesetzt. Wir müssten also schon sehr  - sehr viele der „strahlenverseuchten“ Portionen von Wildschweinbraten essen, damit es zu einer echten Gefahr kommt – schließlich hat jeder Erwachsene ein Aktivitätspotential von 70000 Becquerel.

 

 

U.B.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

image001.gif