Hubertustag 2018 -

Zeit, mehr Respekt vor dem Wild zu zeigen



Am 3. November ist der Hubertustag. Bayernweit ehren die Jäger den Hl. Hubertus mit festlichen Messen und Gottesdiensten, ein ehrwürdiger Brauch, heute wichtiger denn je.

 

Der Kreisjagdverband Donauwörth feiert seine Hubertusmesse am Samstag, den 10. November 2018, um 19:00 Uhr in der Heilig-Kreuz-Kirche in Donauwörth. Aufgeführt wird von den Donauwörther Jagdhornbläsern, die siebenteilige „Donauwörther Jägermesse“ von Reiner Pfaffendorf. Hierzu ist auch die Bevölkerung recht herzlich eingeladen. Am Ende der feierlichen Messe werden „neue Jäger- und Jägerinnen“ mit dem „Jägerschlag“ in den Kreis der Jägerschaft eingeführt. Im Anschluss an die heilige Messe findet ein Standkonzert der Jagdhornbläser Rain-Marxheim am Reichsstadtbrunnen statt.

 

„Die Legende um den Heiligen Hubertus hat nichts an Aktualität verloren“, sagt Robert Oberfrank, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes.

 

Der Respekt vor unseren heimischen Wildtieren geht zunehmend verloren. Sie spielen in der modernen Gesellschaft keine Rolle mehr und müssen gnadenlos wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Interesse weichen. Die Hubertusfeiern landauf landab sind eine gute Gelegenheit, über unseren Umgang mit unseren Wildtieren nachzudenken. „Wie in der Legende vom Hl. Hubertus müssen auch wir wieder den Wildtieren mehr Respekt entgegenbringen“, betonen die beiden Vorstände des Jagdverbandes Donauwörth Robert Oberfrank und Albert Reiner. „Oft werden unsere Wildtiere nur als Schädlinge stigmatisiert und fallen Ideologien zum Opfer – und ihnen steht immer weniger Lebensraum zur Verfügung.“ Nicht immer mehr schießen, sondern mehr Schutz des Wildes ist das zentrale Anliegen der Jäger. Jägervorstand Albert Reiner meint: “Auch unsere Wildtiere haben ein Recht auf Artenschutz. Sie brauchen einen Anwalt, der die Bedürfnisse der Wildtiere kennt und sie auch verteidigt. Jetzt zum Hubertustag sollten wir uns das wieder einmal vor Augen führen.“ Deshalb stehen die bayerischen Jäger zu ihrer Hubertuserklärung:

 

 

Unsere heimischen Wildtiere

 

§  sind Teil der Schöpfung

Unsere Wildtiere sind ein Teil der Schöpfung und nehmen einen wichtigen Platz im Ökosystem ein. Wald, Feld und Wild bilden eine ökologische Einheit und sind nicht voneinander zu trennen. Kein Naturgut kann über ein anderes gestellt werden. Der Mensch trägt die Verantwortung, dass das so bleibt. Er ist verantwortlich für seine Mitgeschöpfe und sollte sich heute mehr denn je aktiv für sie und ihre Bedürfnisse einsetzen.

§  gehören zur Heimat Bayern
Auch unsere Wildtiere sind ein unschätzbarer Bestandteil bayerischer Landeskultur. Sie verdienen Artenschutz. Denn der Schutz der Artenvielfalt ist unteilbar. Es gibt kein Gut und Böse in der Tierwelt. Art. 1Abs. 1 des Bayerischen Jagdgesetzes bringt das auf den Punkt: „Die freilebende Tierwelt ist wesentlicher Bestandteil der heimischen Natur. Sie ist als Teil des natürlichen Wirkungsgefüges in ihrer Vielfalt zu bewahren.“

§  müssen erlebbar bleiben
Auch künftige Generationen sollen unsere Wildtiere kennen und schätzen lernen. Dafür ist die Pflege und Sicherung der Lebensgrundlagen für unser Wild oberstes Gebot. Langfristige und nachhaltige Konzepte im Umgang mit unseren Wildtieren und ihrem Lebensraum müssen weiterentwickelt werden.

§  brauchen artgerechten Lebensraum
in unserer dicht besiedelten und stark genutzten Kulturlandschaften sind artgerechte Lebensräume für unsere Wildtiere von existenzieller Bedeutung. Wildtiere brauchen Rückzugsgebiete, in denen Ruhe und Sicherheit herrscht. Sie brauchen Flächen, auf denen sie Nahrung finden und sie brauchen vernetzte Lebensräume, damit sie ihre natürlichen Verhaltensmuster auch leben können. Nur mit diesen Grundbedingungen erreichen wir angepasste, artenreiche und gesunde Wildbestände.

§  brauchen eine breite Allianz zum Überleben
In unserer heutigen zivilen Gesellschaft mit all ihren Herausforderungen und Einzelinteressen brauchen Wildtiere mehr denn je eine umfassende Vertretung ihrer Bedürfnisse, einen Anwalt des Wildes. Die Akzeptanz und Unterstützung einer breiten Bürgerallianz ist dabei von großer Bedeutung. Ziel muss eine Wildallianz sein, die den Respekt vor den Wildtieren sichert und verhindert, dass unsere heimischen Wildtiere zum Schädling herabgewürdigt werden. Nur gemeinsam lässt sich so die Artenvielfalt in Feld, Wald und Flur sichern.“ 

 

R.O.