Moderne Jagdkultur in Wald, Flur und Stadt

 

 

 

Was man rund um die Jagd benötigt und wissen muss, präsentiert Baden-Württembergs führende Fachmesse für Jagd- und Fischerei in Ulm.

 

Die Jagd ist ein zentrales Element der menschlichen Kulturgeschichte. In den Anfängen jagte man vor allem der Nahrung und Kleidung wegen, heute sind die vorrangigen Ziele der Jagd die Erhaltung der Artenvielfalt und der Schutz von Landeskultur und Lebensräumen. Einmal im Jahr treffen sich die Jäger und Jägerinnen aus dem süddeutschen Raum sowie aus dem angrenzenden Österreich oder der Schweiz in Ulm, um sich auszutauschen und sich über neueste Jagdausrüstung, rechtliche Bestimmungen, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten etc. zu informieren.

 

Allianz fürs Niederwild

Der Landesjagdverband Baden-Württemberg (LJV) und die Jägervereinigung Ulm bieten in Halle 6 umfassende Informationen und ein abwechslungsreiches Messeprogramm. Der LJV-Jagdservice ist ebenso mit dabei wie das LJV-Jägerinnenforum. Die Landesjagdschule und die Akademie für Wild, Jagd und Natur stellen ihr Kursprogramm vor. Wichtiges Thema ist außerdem die Allianz fürs Niederwild, mit der Jäger gemeinsam mit Landwirten, Wirtschaftsvertretern, Wissenschaftlern und Naturschützern die Zukunft feldbewohnender Tiere wie Hase, Fasan oder Rebhuhn sichern wollen. Eine neue Dioramen-Landschaft greift das durch die aktuell gefürchtete „Afrikanische Schweinepest“ in den Blickpunkt geratene Thema Schwarzwild auf. Sie veranschaulicht in mehreren Schaugruppen die natürlichen Lebensräume der Wildschweine. Parallel wird über Lebensweise und Wildschäden informiert.

 

Urbanes Wildtiermanagement

Moderne Jagdkultur macht an Wald- und Wiesenrand nicht Halt. Wildtiere wie Füchse, Marder, Waschbären oder Rehe werden immer öfter auch in Siedlungsgebieten und Städten gesichtet. Der baden-württembergische Jagd-Natur-Wildtierschützerverband hat daher sein Fortbildungsprogramm für Jäger um die Ausbildung zum „Stadtjäger“ erweitert. Roland Schwarz, 2. Landesvorsitzender des Verbandes, sagt dazu: „Urbanes Wildtiermanagement stellt andere Anforderungen als das in freier Natur, sei es mit Blick auf Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und Konfliktmanagement oder bei der Einschätzung von Gesundheits- und Sicherheitsrisiken.“ Ob Wald, Flur oder Stadt, auf der Messe stellen die Verbandsmitglieder vor, welche Möglichkeiten es für Jäger gibt, sich fachorientiert zum amtlich anerkannten Wildtierschützer weiterzubilden. Zudem geben sie Einblick in ihre Aufgabenbereiche, zu denen beispielsweise die Hege und Habitatgestaltung, das Wildtiermonitoring, der Tierschutz und die Krankheitsbekämpfung zählen.

 

Achtung vor der Natur

Dass man von und in der Natur lernen kann, wissen Jäger längst. Mit dem Lernort-Natur-Anhängerwagen des LJV haben auch Kinder Spaß daran. Hier kann man Staunen, Entdecken, Mitmachen, Basteln, ein Tierquiz spielen und ist am Ende deutlich schlauer als zuvor. Klaus Lachenmaier, beim LJV unter anderem zuständig für den Lernort-Natur, meint: „Schöner und beabsichtigter Nebeneffekt ist, dass mit dem Wissen der Kinder ihre Achtung vor der Natur wächst. Eine Voraussetzung, um nachhaltig mit ihr umzugehen.“

 

Um Nachhaltigkeit geht es auch bei der bestandsregulierenden Raubwildbejagung. Die dabei anfallenden Felle sollten nicht lieblos entsorgt, sondern sinnvoll genutzt werden. Dafür wirbt auf der Messe das Projekt „Fellwechsel“. Kürschnermeister Oliver Ries aus Bonndorf zeigt parallel Bekleidung und Accessoires der Marke „Schwarzwald-Pelz“ aus nachhaltiger Jagd. Bei Pelzmodenschauen in Halle 6 werden am Samstag und Sonntag die hochwertigen Produkte vorgestellt.

 

Treue Jagdbegleiter

Bühne frei für vierbeinige Jagdbegleiter heißt es, ebenfalls Samstag und Sonntag, bei der Präsentation der Jagdhunderassen unter der Leitung von Georg Häckel. Er wird rund 30 Jagdhunderassen mit ihren Talenten, Eigenschaften und Ansprüchen vorstellen. Schließlich sollen Jäger und Hund zusammenpassen. Ein Einblick in die alte Tradition der Beizjagd versprechen die Greifvogelvorführungen auf dem Freigelände.

 

 

 

Zur Messe:

Die 19. Baden-Württembergische Jagd- und Fischereimesse findet von 9. bis 11. Februar 2018 auf dem Messegelände Friedrichsau in Ulm statt. Sie ist mit rund 15.000 m2 Ausstellungsfläche und ca. 250 Ausstellern die größte und bedeutendste Jagd- und Fischereimesse im Land. Geöffnet ist täglich von 9.30 Uhr bis 18.00 Uhr.