Vorsicht Autofahrer:

Zeitumstellung erhöht die Wildunfallgefahr

 

 

 

Donau-Ries, November 2018:  

 

Die Zeitumstellung sorgt jetzt wieder für erhöhte Unfallgefahr insbesondere auf dem täglichen Arbeitsweg. Der Berufsverkehr fällt in die Morgen- oder Abenddämmerung und damit in die aktive Zeit von Rehwild, Wildschweinen und Rotwild. Fallendes Herbstlaub, Nässe und Nebel sind eine zusätzliche Gefahrenquelle für den Autofahrer. Sie sorgen für rutschige Straßen und verlängerte Bremswege.

 

Albert Reiner und Robert Oberfrank, die beiden Jägervorstände des Jagdverbandes Donauwörth appellieren an Autofahrer zur Vorsicht.

 

„Fahren Sie vorsichtig, auch in Ihrem eigenen Interesse, wenn Sie durch Waldstücke und entlang von Hecken fahren kann unvermittelt Wild auf der Straße auftauchen. Behalten Sie daher auch immer den Fahrbahnrand im Auge und seien Sie stets bremsbereit.“, so Jägervorsitzender Oberfrank.

 

Ein Reh kommt selten allein

 

Um diese Jahreszeit sind Rehe und Wildschweine selten allein unterwegs. Das heißt, wenn ein Tier über die Straße läuft, muss der Autofahrer damit rechnen, dass noch andere folgen. Hier führt Albert Reiner aus: „Taucht auf der Fahrbahn ein Stück Wild auf, sollten Sie sofort abblenden und kontrolliert bremsen. Ist ein Zusammenstoß nicht mehr zu verhindern, müssen Sie das Lenkrad unbedingt gerade halten. Versuchen Sie auf keinen Fall unkontrollierte Ausweichmanöver!“ Das getötete Wild darf der Autofahrer übrigens nicht mitnehmen, betont Robert Oberfrank: „Sichern Sie die Unfallstelle und melden Sie den Wildunfall der Polizei. Diese benachrichtigt dann den örtlichen Jäger.“

 

Auch der Autofahrer kann Unfälle vermeiden

 

Wer die unerwünschte Begegnung mit den Wildtieren auf der Straße möglichst vermeiden will, der sollte insbesondere bei Wildwechsselschildern den Fuß vom Gas nehmen, so der Vorsitzende Oberfrank.  Der ADAC rät, die Fahrgeschwindigkeit der Sichtweite anzupassen. Bei einer Sichtweite von 50 Metern darf also nicht schneller als 50 km/h gefahren werden.

 

Bayerische Jäger tun viel, um Wildunfälle zu verhindern

 

 Aber auch die Jäger im Landkreis Donau-Ries tun viel, um die Wildtiere davon abzuhalten, die Straße zu überqueren. Sie montieren akustische Wildwarner, legen so genannte Duftzäune an oder montieren entlang der Straßen blaue Wildwarnreflektoren. Die Wirkung dieser  Reflektoren ist teilweise umstritten, manchmal wirken sie besser, manchmal weniger. Oft hängt dies von der Topografie aber auch insbesondere von der Pflege der Wildwarnreflektoren ab. Sind diese eingewachsen oder verschmutzt, können sie nicht wirken. Die Jäger  begrüßen alle Systeme, die einen Wildunfall verhindern können.

 

Pauschale Abschussforderungen helfen nicht weiter

 

Natürlich trägt auch ein angepasster Abschuss zur Vermeidung von Wildunfällen bei. Aber pauschale Forderungen nach einer Abschusserhöhung lehnen die beiden Jägervorstände ab. Denn die Ursachen für Wildunfälle sind viel zu komplex. Der hohe Freizeitdruck in  Feld und Wald, die Zerschneidung von Lebensräumen durch Straßen und andere Bauprojekte, die zunehmende Verkehrsdichte, sowie die zunehmenden Geschwindigkeiten und nicht zuletzt die intensive Landbewirtschaftung treiben die Wildtiere sozusagen auf die Straße. Das aber führt zum Verlust ihres Lebens und kostet den Menschen viel Zeit und Geld. 

 

R.O.