Informationsbrief des Bayerischen Jagdverbandes  Juni 1

Themen 1 - 3

 

 

Thema 1: ASP beim Wildschwein – Fortführung der Aufwandsentschädigung für eingesandte Fallwildproben im Rahmen des „ASP-Monitoring Wildschwein“

 

Maßnahmen zur Früherkennung – Totfund-Monitoring

Um ein mögliches Auftreten der ASP in der Wildschweinpopulation rasch zu erkennen, hat Bayern bereits Maßnahmen zur Früherkennung dahingehend intensiviert, dass krank erlegte oder verendet aufgefundene Wildschweine bayernweit untersucht werden. Auch Proben verunfallter WS werden virologisch auf ASP im sogenannten ASP-Monitoring Wildschwein getestet.

Der Focus liegt auf der Untersuchung möglichst aller verendet aufgefundener WS, aber auch auffällig erlegte Wildschweine sollten beprobt werden. Zur Unterstützung erhalten Jäger auch in 2019 für die Probennahme bei verendet aufgefundenen WS und bei auffällig erlegten WS eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro pro Tier. Die Auszahlung erfolgt über den Bayerischen Jagdverband (Einsendeschein zum Erhalt der Aufwandsentschädigung auch zum Download unter www.jagd-bayern.de/formulare-jagdliche-praxis.html).

Die Revierinhaber werden gebeten, jedes verendet aufgefundene Stück Schwarzwild bei den zuständigen Behörden zu melden und, wenn möglich, auch zu beproben (Bitte besprechen Sie das Prozedere unbedingt mit Ihrem Veterinäramt.) Es ist von großer Bedeutung, dass bei der Meldung von Wildschweinkadavern bzw. der Beprobung der Fundort möglichst genau bestimmt wird. Im Seuchenfall können so adäquate Maßnahmen durch die Behörden ergriffen werden.

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz bedankt sich ausdrücklich für die tatkräftige Unterstützung durch den Verband und die Jägerschaft!

Anlage:

 

Untersuchungsantrag: Wildschweínmonitoring

 

Aufwandsentschaedigung_ASP-Monitoring_2019

 

Hinweise zur Probennahme_ASP-Monit_SW verendet

 

Im letzten BJV-Infobrief hatten wir Ihnen Ratschläge und Hinweise des Veterinäramtes Miltenberg u.a. zum Kadaverfund und zum Ablauf der Meldung von Totfunden zur Kenntnis zugesandt.

Anbei nochmals die Hinweise:

 

4. Auffinden verendeter Wildschweine: was ist zu tun, solange die Seuche noch nicht festgestellt worden ist („Friedenszeit“)?

 

Bei der ASP-Bekämpfung ist die frühzeitige Erkennung eines Seuchengeschehens von essentieller Bedeutung. Die Untersuchung tot aufgefundener Wildschweine ist dabei eine wichtige Säule.

 

a) Fund eines toten oder verletzten Tieres OHNE Seuchenverdacht, z.B. Tiere mit erkennbaren Verletzungen, Verdacht auf Verkehrsunfall etc.

Entsorgung wie üblich („gemeinwohlvertraglich“). Bei diesen Tieren ist eine Untersuchung auf ASP im Rahmen des bekannten „Überwachungsprogrammes“ (Passives Monitoring, sog. Totfund-Monitoring) sinnvoll. Zu diesem Zweck soll eine Bluttupfer- bzw. Organprobe entnommen und mit dem ausgefülltem Untersuchungsantrag (auch auf der Homepage des BJV unter www.jagd-bayern.de zu finden) im Veterinäramt abgegeben werden.

 

 

b) Fund sonstiger Wildschweinkadaver:  Bitte entnehmen Sie in jedem Fall eine Probe mit den vom Veterinäramt ausgegebenen Tupferprobenröhrchen, bringen diese ins Veterinäramt und melden dort den Fund. Eine Bergung und Entsorgung solcher Kadaver durch den Revierinhaber wird als sinnvoll angesehen, sofern dies hygienisch einwandfrei möglich ist. ( z.B. nicht zu großer Kadaver, der in einem auslaufsicheren Behältnis/Sack transportiert werden kann). Ist dies nicht möglich, weil das Tier z.B. zu groß oder zu stark verwest ist, so dass die Gefahr besteht, organisches Material und damit möglicherweise vorhandenes Virus zu verbreiten, empfiehlt das Veterinäramt, den Kadaver vor Ort zu lassen und die Fundstelle zu kennzeichnen und den Kadaver nach Möglichkeit zu „sichern“. Das Veterinäramt entscheidet und organisiert dann das weitere Vorgehen.

 

Für die Probenahme und -abgabe im Rahmen des „Totfund-Monitorings“ wird eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro über den Bayerischen Jagdverband ausbezahlt. (Der Antrag auf Auszahlung ist auch über die Homepage des BJV unter www.jagd-bayern.de zu beziehen.)

 

Sollte ein dringender Seuchenverdacht vorliegen, z.B. Fund mehrerer toter Wildschweine oder besondere Merkmale bei erlegten Stücken, dann informieren Sie bitte umgehend das Veterinäramt bzw. außerhalb der Dienstzeiten die Polizei! Diese wird die Behörde verständigen, die die weiteren Schritte veranlasst. Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche! Bereits der Verdacht verpflichtet Sie zu einer Anzeige.

 

 

5. Mitteilung eines Kadaverfundes

 

Nur wenn der Fundort eines Kadavers bekannt ist, können bei einem ASP-Nachweis angemessene Maßnahmen festgelegt werden, d.h. die Bestimmung des genauen Fundortes ist essentiell! Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Bitte markieren Sie den Fundort und ermitteln Sie die Geodaten mittels Smartphone (BJVdigital) oder GPS-GerätDa es verschiedene Koordinatensysteme gibt, geben Sie bitte auch an, welche Art von Koordinaten sie übermitteln, z.B. UTM oder GK 3, GK 4 etc.

 

Nutzen Sie das vom BJV entwickelte einfach zu bedienende digitale Schwarzwildmonitoring-Programm –BJVdigital- auch zur „Markierung“ von Fallwild.

Ermitteln Sie über Ihr Handy mit GPS-Funktion direkt im Wald Ihren Standort und dokumentieren Sie die Koordinaten oder machen sie einen Screenshot der Anzeige (sofern man Empfang hat).

 

Im Nachgang anhand von Kartenmaterial: Sowohl Google Maps als auch der Bayernatlas bieten gute Karten anhand derer die Koordinaten abgefragt werden können. Im Bayernatlas sind auch viele kleinere Gewässer erfasst, weshalb diese Karten sich auch zur Organisation der Fallwildsuche eignen. Suchen Sie in der entsprechenden Vergrößerung den Fundort möglichst genau, über Mausklick auf der rechten Maustaste bekommen Sie die Koordinaten angezeigt.

 

Auch über die „Tierfund-App“ des Tierfund-Katasters des DJV (www.tierfund-kataster.de) ist es möglich, Wildunfälle sowie „andere“ Totfunde zu erfassen. Die App erkennt automatisch den Standort und fragt die relevanten Daten ab.

 

Neben dem genauen Fundort ist auch der Verwesungsgrad der Kadaver für das weitere Vorgehen bedeutend. Daher bitten wir Sie, bei jedem gefundenen Wildschwein den Verwesungsgrad zu dokumentieren. Einfach und schnell lassen sich der Fundort sowie der Verwesungsgrad mit einigen Übersichtsaufnahmen mit dem Handy erfassen. Dies kann auch für ein ggf. später zum Einsatz kommendes Bergeteam hilfreich sein (erleichtert das Auffinden, Wahl der Ausrüstung…..).

 

 

 

Thema 2: Veröffentlichung eines „Mäh-Knigge“ im Landtechnik-Forum der Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern e.V.

 

 

 

Mäh-Knigge

Beratungsblatt mit Handlungsempfehlungen zur tierschonenden Mahd

Autoren:
Stefan Thurner und Katharina Mikschl, LfL Freising

Das Beratungsblatt basiert auf einem Projekt des Instituts für Landtechnik und Tierhaltung der LfL. Zudem wurden die Inhalte am "Runden Tisch zum Arten- und Naturschutz in Bayern" vorgestellt und mit anderen Verbänden, unter anderem dem Bayerischen Jagdverband, beraten und abgestimmt.

Der Mäh-Knigge richtet sich an alle verantwortlichen Bewirtschafter, Dienstleister und Jäger.

Als PDF-Version ist das Beratungsblatt abrufbar unter:

Mäh-Knigge - Handlungsempfehlungen zur tierschonenden Mahd, laf2 (pdf)

 

 

Thema 3: Wiss. Projekt „Syphilis“ bei wildlebenden Hasen und Kaninchen

 

Wir haben ja bereits vielfach über den BJV-Infobrief den Kontakt mit jungen Wissenschaftlern vermittelt, die auf die Unterstützung durch die Jägerschaft angewiesen sind.

Anbei dürfen wir Ihnen nun die Anfrage von Frau Hisgen weiterleiten, die um Hilfestellung durch die bayerische Jägerschaft bittet. 

 

Ich, Linda Hisgen, bin Doktorandin am Deutschen Primatenzentrum Göttingen in der Arbeitsgruppe von Herrn Dr. Sascha Knauf und beschäftige mich mit der Syphilis bei wildlebenden Hasen und Kaninchen. Die Krankheit wird von Bakterien der Gattung Treponema hervorgerufen, welche eng mit dem Erreger der menschlichen Syphilis verwandt sind, jedoch keine Erkrankung beim Menschen auslösen. Die Tiere können krustige Läsionen im Kopf- und Genitalbereich aufweisen, allerdings sind die meisten infiziert ohne äußere Anzeichen einer Erkrankung zu zeigen.  

Mein Ziel ist es, einen möglichst detaillierten Überblick über das Vorkommen der Treponemen bei wildlebenden Hasen und Kaninchen zu bekommen und zu klären, welchen Einfluss sie auf die Populationen haben, ebenso die Verwandtschaftsverhältnisse des Kaninchen- und Hasenerregers mit dem menschlichen Erreger zu klären.

Dafür benötige ich Tupferproben aus dem Genitaltrakt von Hasen und Kaninchen (Vagina bzw. Penis) und optimal auch Blutproben. Das benötigte Probennahmematerial stellen wir natürlich zur Verfügung bzw. könnten ggf. auch selbst vor Ort sein.

Als Jungjägerin liegt mir dieses Projekt sehr am Herzen und ich würde mich freuen, wenn sie mit mir vor der kommenden Jagdsaison (Feldhasen) Kontakt aufnehmen und wir eine mögliche Zusammenarbeit besprechen könnten.

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Anhang: Flyer

Mit freundlichen Grüßen, 

Linda Hisgen

PhD student
Work Group: Neglected Tropical Diseases

Deutsches Primatenzentrum GmbH
Leibniz-Institut für Primatenforschung
Kellnerweg 4, 
37077 Göttingen
Tel: 0551-3851 134

Mobil: 0175-5069892

E-mail:lhisgen@dpz.eu
http://www.dpz.eu