Bitte nicht anfassen!

 

 

…. Jäger appellieren an Spaziergänger und Naturfreunde, auf den Wegen zu bleiben und Jungtiere nicht anzufassen

 

 

Landkreis, März 2019: Während der Brut- und Setzzeit verwandeln sich Wiese, Feld und Wald in eine große Kinderstube. Übrigens auch in der unmittelbaren Nähe unserer Städte und Dörfer im Landkreis Donau-Ries. Um dem Tier- und Artenschutz zu genügen, empfehlen die beiden Jägervorstände Albert Reiner und Robert Oberfrank vom Jagdverband Donauwörth deshalb allen Naturfreunden, im Frühjahr auf den Wegen zu bleiben. Jägervorsitzender Oberfrank erläutert: „Damit stören sie die Wildtiere am wenigsten, denn es ist erkennbar, dass Menschen und auch Hunde, die auf den Wegen bleiben, von Wildtieren nicht als Bedrohung wahrgenommen werden. “

 

Vorsicht vor der wilden Sau

Sehr früh im Jahr bringen die Wildschweine ihren Nachwuchs, die Frischlinge, zur Welt. Da heißt es, vorsichtig sein. Falls die Wildschweinmutter, die Bache, Gefahr wittert, verteidigt sie ihren Nachwuchs vehement. Das Kinderzimmer, den so genannten Wurfkessel, richtet die Bache gerne im dichten Brombeergebüsch, im Jungaufwuchs von Buchen und Kiefern oder im Schilf ein. Besonders gefährdet sind Hunde, wenn sie dem Nachwuchs zu nahe kommen. Sie können schwer verletzt oder sogar getötet werden

 

Tarnen und Täuschen

Frischlinge, Junghasen, Rehkitze und Entenküken sind gut getarnt und nahezu unsichtbar. Bei Gefahr verweilen sie nahezu reglos im Gras oder drücken sich in die Feldmulde. Die Muttertiere lassen den Nachwuchs auch viel allein, um Fressfeinde nicht auf die Jungen aufmerksam zu machen. Feldhasenmütter suchen ihre Jungen nur zweimal am Tag auf, um sie mit zwei kräftigen Portionen fettreicher Milch zu füttern. Einzelne Jungtiere auf der Wiese oder im Feld sind also in der Regel nicht verwaist, sondern werden zu ihrem Schutz allein gelassen.

 

Bitte nicht anfassen!

Für den Menschen heißt das, schnell weggehen und die kleinen Tiere bitte nicht anfassen. Haben die Jungtiere den Geruch des Menschen erst angenommen, werden sie oft von den Muttertieren verstoßen und verhungern. Im Zweifelsfall sollten Naturliebhaber den ortsansässigen Jäger informieren. Der Jäger kann den Zustand des Tieres einschätzen und gegebenenfalls handeln. 

 

Wehe, wenn sie los gelassen

Vielerorts gilt zum Schutz der Jungtiere Leinenpflicht für Hunde. Die Gemeinde oder das Ordnungsamt informieren über die jeweils geltenden Vorschriften. Grundsätzlich müssen die Vierbeiner im Einflussbereich des Halters bleiben und auf Ruf oder Pfiff sofort. Falls dies nicht der Fall ist, muss er auf alle Fälle an der Leine geführt werden. „Immer wieder gibt es unschöne Zwischenfälle mit wildernden Hunden, denen wir Jäger, bzw. die Polizei nachgehen muss“ weiß Albert Reiner zu berichten.

 

 

R.O.