Hegegemeinschaftsversammlungen 2019

 

 


Zurzeit finden im Zuständigkeitsbereich des Jagdverbandes Donauwörth Hegegemeinschaftsversammlungen statt. Hierzu laden die Hegegemeinschaftsleiter die Revierpächter, deren Jäger und die örtlichen Jagdgenossenschaftsvorstände ein. Es bestehen sechs Hegegemeinschaften: Rain (Anna Schramm), Marxheim (Otto Wippich), Wemding (Ralf Richter), Mertingen (Josef Steidle), Monheim (Albert Reiner) und Donauwörth (Hans Stengel). Zu diesen Versammlungen sind auch Otto Baur als Jagdberater und Robert Oberfrank als Vorstand des Kreisjagdverbandes geladen. An diesen Terminen wird zu verschiedenen jagdlichen Themen referiert, Stellung genommen und diskutiert.

 

Das besondere Thema dieses Jahr ist die Abschussplanung für die kommenden drei Jahre. Ein Abschussplan ist ein zwischen Jagdvorsteher und Revierinhaber abgesprochener und von der Behörde (Untere Jagdbehörde = Landratsamt) genehmigter, für die Jäger verbindlicher Jahresplan, der festlegt, wie viel Rehwild nach Alter und Geschlecht von den Jägern zu erlegen ist. Die vorgelegten Abschusspläne werden von den Sachbearbeitern der Unteren Jagdbehörde Tim Huber und Kevin Höck kritisch gesichtet und dann genehmigt.

Für die Höhe des Abschusses ist unter anderem das Vegetationsgutachten heranzuziehen. Das sogenannte Verbissgutachten wurde aktuell für die einzelnen Hegegemeinschaften erstellt.

 

Dieses wird durchaus kritisch gesehen. Die verbissenen Pflanzen als Maßstab zu nehmen und sich nicht an denjenigen zu orientieren, die gut wachsen, ist vielen nicht verständlich. Deshalb wird das Gutachten oft auch als „Negativgutachten“ bezeichnet. „Entscheidend für den Nachwuchs im Wald ist das, was an jungen Bäumen nachwächst.“ so hat es auch der ehemalige Landwirtschaftsminister Helmut Brunner immer wieder betont. Kritisiert wird beispielsweise, dass der unerhebliche Seitentriebverbiss bei der Aufnahme dem Gesamtverbiss und den Fege Schäden zugeschlagen wird. Auch das statistische Verfahren wird angezweifelt, wird doch für die Pflanzendichten der Medianwert und für die Verbiss Prozente der Mittelwert berechnet. In den meisten Fällen liegt der Medianwert deutlich unter dem arithmetischen Mittelwert.

 

Die Jäger sind sich einig: Viel Aufwand für wenig wirkliche Erkenntnis. Haben doch nach Einschätzung der Jäger beispielsweise Klimawandel (extrem warme und trockene Sommer, milde Winter), Freizeitdruck, Borkenkäferbefall und auch andere Tierarten (z.B. Biber) in der Summe mittlerweile wesentlich mehr Einfluss auf das Pflanzenwachstum bzw. Verbiss, als der Rehwildbestand.

 

Weitere Diskussionsthemen sind:

 

die drohende Afrikanische Schweinepest, Waffenrechtliche Änderungen, wildernde Hunde, die jagdpolitische Situation, die Entwicklung von Wildunfällen, das leidige Thema „Pflichtmitgliedschaft in der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft“ und hierbei die unerträglichen Beitragserhöhungen, und weiteres mehr.

 

 

HG Monheim

 

 

 

Eine Hegegemeinschaft (ugs. auch Hegering) ist eine Untergliederung der Jägerschaften auf lokaler Ebene, und damit nach Landesjagdverband und Kreisjagdverband die kleinste Organisationseinheit. Sie dient zur Koordination von revierübergreifenden Hegemaßnahmen. (z.B. revierübergreifende Drückjagden auf Schwarzwild).

 

 

Jagdgenossenschaften sind in Deutschland Körperschaften des öffentlichen Rechts. Mitglieder einer Jagdgenossenschaft, so genannte Jagdgenossen, sind die Eigentümer der Flächen einer Gemeinde, die zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehören. Zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gehören alle Grundflächen einer Gemeinde, die nicht zu einem Eigenjagdbezirk gehören und im Zusammenhang eine Mindestfläche von 250 Hektar umfasst. (Eine Eigenjagd muss in Bayern die Mindestfläche von 81,755 Hektar überschreiten). Die Jagdgenossenschaft jagt in Eigenregie oder verpachtet die Jagd in ihrem gemeinschaftlichen Jagdbezirk an den Jäger. In dem Jagdpachtvertrag wird die Haftung der Jagdgenossenschaft für Wildschäden in der Regel auf den Pächter, den Jäger, übertragen. Die Haftung der Jagdgenossenschaft ist dann nur subsidiär. Entscheidungen trifft die Jagdgenossenschaft grundsätzlich nach dem Prinzip der doppelten Mehrheit, es muss eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen und der hinter einer Stimme stehenden Fläche bestehen. Der Ertrag aus der Pacht wird entsprechend der jeweiligen Grundstücksfläche auf die Jagdgenossen umgelegt. Man spricht von einem Auskehranspruch der Jagdgenossen gegen die Jagdgenossenschaft.

 

Am 13. Dezember 2006 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass Zwangsmitgliedschaften in Jagdgenossenschaften verfassungsgemäß sind. Dies wurde in einem aktuellen Verfahren des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) bestätigt. [1

 

 

R.O.