Jahreshauptversammlung 2019 des Jagdverbandes Donauwörth



 

Voll war es im „Stadel“ der Alten Brauerei in Mertingen, als die Jagdhornbläser mit dem Signal „Begrüßung“ und danach der Vorstandsvorsitzender Robert Oberfrank, die anwesenden Mitglieder und Ehrengäste begrüßte. Das Signal „Jagd vorbei“ veranlasste die Anwesenden zum Innehalten und zum Gedenken an die 2018 verstorbenen Jagdkameraden. Danach eröffnete Robert Oberfrank die diesjährige Jahreshaupt-versammlung mit den 167 anwesenden Mitgliedern.


Dass Zusammenliegen von Trauer und Freude war Anlass für Oberfrank zur Gratulation zum Geburtstag von anwesenden Jagdkameraden und Hegeringleiter Hans Stengel. Diese ließen die Jagdhornbläser mit Hörnerklang „hoch leben“.

 

Die Jäger wissen sehr wohl, dass auf sie ständig neue Herausforderungen zukommen, aber als „Schädlingsbekämpfer“ wollen sie sich nicht ansehen lassen. Sie wollen, wie Oberfrank nicht müde wurde zu betonen, Natur-, Wild- und Waldhüter sein.

 

Er bedauerte, dass diese Funktionen der Jäger nicht immer anerkannt werden.

 

Grußworte von Landtagsabgeordneten Fackler und Regierungsbezirksvorsizenden Fred Steinberger

„Jagd ist ein altes Kulturgut“

 

Das politische Grußwort übernahm Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler, der immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Jäger hat. „Die Jagd ist ein altes Kultur-gut“ und ist als dieses auch zu bewahren, betonte der CSU-Politiker. Ausdrücklich nannte er die mit der Versammlung gekoppelte Hegeschau als notwendig, „als erhaltenswertes Ritual“.

 

Stimmkreisabgeordneter Wolfgang Fackler betonte ausdrücklich, dass die Staats-regierung den Beitrag der Jäger für den Naturschutz, für die Tradition, Brauchtums-pflege und die Kultur sehr schätzt. Angriffe auf das bestehende Jagdrecht wurden immer erfolgreich abgewehrt.

 

Auch Fred Steinberger, Bezirksvorsitzender des BJV in Schwaben, betonte die Wichtigkeit der Jagd. In seiner Ansprache kritisierte er die bayernweit unterschied-lichen Auslegungen beispielsweise zum Waffenrecht und zu Gebührenordnungen. Das aktuelle Vegetationsgutachten stand stark im Kreuzfeuer seiner Kritik.

In seiner durch Charts und Filme untermalten Rede nahm Oberfrank Bezug

 

·         auf die Unsinnigkeit der rigorosen Ansiedlung großer Beutegreifer,

·         auf die positive Ernennung des Rehes als Wildtier des Jahres,

·         auf Wildrettungsaktionen der Jäger,

·         auf die stark zu kritisierende Systematik und die dringend notwendige Reform des Vegetationsgutachtens,

·         auf die politische Situation im bayerischen Landtag,

·         … im Vergleich zu anderen Bundesländern,

·         auf die Unverhältnismäßigkeit der Ahndung von „jagdlichen“ Bagatellfällen,

·         auf die Erhaltung der Artenvielfalt,

·         auf die gesellschaftlichen Risiken einer eigenartigen politischen Entwicklung bzw. Gesinnung („kalte Enteigung“ durch sogenannte Ökologen und Gutmenschen“)

·         auf die Wahlergebnisse – wo Städter über die Landbevölkerung bestimmen

u.w.m..

 

Über alles stellte Vorsitzender Robert Oberfrank aber das Bekenntnis, dass die Jäger einen wesentlichen Beitrag zum Naturschutz leisteten: „Wir sehen uns in der Verantwortung für das heimische Wild.“

 

„Wir erhalten Wild, Wald und Natur“, so sein Credo.

 

In diesem Zusammenhang bedankte sich Oberfrank für die gute Zusammenarbeit mit allen Ämtern. Institutionen und Verbänden.

 

„Jeder Jäger betreibt mit jedem erlegten Fuchs oder geschossener Rabenkrähe mehr Natur- und Artenschutz als die Beitragszahler bei BN oder BUND.“

Auch die gelebte Spendenpraxis des BN, Kinder kollektiv zum Sammeln zu schicken, wurde von Oberfrank stark kritisiert. Was sagen hier eigentlich Eltern, Elternbeiräte, das Kultusministerium, andere Verbände bzw. Einrichtungen dazu? – so seine Frage an die anwesenden Politiker.

„Das Schwarzwild weiterhin stark zu bejagen“ so sein Appell an die anwesenden Jäger und – insbesondere vor dem Hintergrund der drohenden ASP – entsprechende Sorgfalt an den Tag zu legen. Auch seine Rechnung, dass hochgerechnet auf die Waldfläche Bayerns, bei einer Bejagung durch Profis (und nicht durch die privaten Jäger) rund 300 Millionen Mehrkosten für den bayerischen Steuer-zahler entstehen würden, fand bei den Anwesenden starke&xnbsp; Beachtung. Dass jeder „Deutsche Wolf“ dem deutschen Steuerzahler rund 180.000 Euro kostet, wurde durch einen Film der CDU eindringlich unterlegt. Auch streunende und noch mehr - wildernde Hunde - sind den Jägern ein Dorn im Auge. Gibt es doch die Leinenpflicht - insbesondere in den Setz-, Brut-, und Aufzuchtzeiten in den meisten Bundesländern.

 

„Unsere Jagd ist ein Stück Heimat – und so soll es bleiben“ so Oberfranks abschließender Appell.

 

Was war alles 2018?

 

Albert Reiner, Vize-Vorsitzender, zeigte auf, was der Verband 2018 alles für seine knapp 600 Mitglieder angeboten und geleistet hatte. Fortbildungsveranstaltungen, Schießtraining, Auftritte in der Öffentlichkeit, Jägertag, Veranstaltung mit und für Kindergarten- und Schulkinder, Interessensvertretung, Hundeausbildung und vieles weiter mehr wurde von Reiner erwähnt und mit Bildern untermalt. … und immer mit dabei: Jagdhornbläser und Jägerchor. Besondere Erwähnung fand das Mitteilungs-blatt und der damit verbundene Dank an die Interessenten, ohne die die Fertigung nicht möglich wäre.

 

Kassenbericht und Entlastung

 

Schatzmeisterin Ulrike Brauner stellte die Mitgliederentwicklung und den Kassen-bericht vor. Die diesjährige Kassenminderung wurde entsprechend erläutert. Kassenprüfer Stefan Dommer berichtete über die von ihm und Albert Frey durch-geführte Kassenprüfung und testierte eine einwandfreie und vorbildliche Kassen-führung. Die anschließende Entlastung des Plenums wurde einstimmig erteilt.

 

Bericht der Obleute

 

Danach berichteten die Obleute über Ihr Referat bzw. Veranstaltungen. Erich Haas zum Thema "Schießen", Lorenz Bücheles zur Hundeausbildung übernahm in Vertretung Robert Oberfrank. Von ihm wurde auch nochmals erwähnt, dass die bestehende Hundegruppenunfallversicherung heuer noch kritisch hinterfragt wird. Ebenso wurde der neu konzipierte Jägerkurs vorgestellt, der im November wieder startet. Waldemar Kalchgruber berichtete über die immer gefährlich mehr werden-den Neozoen und Neophyten. Das Vegetationsgutachten bzw. insbesondere das verwendete statistische Verfahren wurde von ihm mehr als kritisch hinterfragt.

 

Bericht des Jagdberaters Otto Baur zur Hege- und Trophäenschau

 

Dann übernahm Jagdberater Otto Baur das Ruder. Er berichtete von seiner Aufnahme und Begutachtung der vorgelegten Rehgehörne.

 

Die Jäger haben sich schwergetan, den vom Landratsamt vorgegeben Abschuss von Geißen und Kitzen zu erfüllen. Der Grund: Weil der vergangene Herbst viele Eicheln, Buchecker und Blattäsung gebracht hatte, liegen zahlreiche Waldfrüchte noch am Boden. 378 Rehe, das sind zehn Prozent des Gesamtabschusses, kamen bei Verkehrsunfällen zu Schaden, wie Jagdberater Otto Baur bilanzierte.

 

Schwarzwild weiter intensiv bejagen

 

Beim Schwarzwild habe man, so Baur, die Bestände im Hinblick auf die befürchtete afrikanische Schweinepest drastisch reduziert. 938 Tiere wurden abgeschossen. Der Jagdberater forderte die Jäger auf, das Schwarzwild auch weiterhin intensiv zu bejagen, weil „wir befürchten, dass die Bestände aufgrund des relativ milden Winters sprunghaft ansteigen“.

 

Kaum verändert haben sich die Abschusszahlen bei Nieder- und Raubwild. Erlegt wurden 630 Feldhasen, 1055 Füchse, 96 Marder, 291 Dachse, 314 Graugänse, 923 Stockenten, 260 Elstern, 250 Eichelhäher und 700 Rabenkrähen. Baur warnte vor Füchsen, die „ein starker Überträger von Parasiten“ seien. Sie seien es auch, die ihrerseits Feldhasen bejagten.

 

Es ist des Jäger’s Ehrenschild …

 

Otto Baur bedankte sich ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit mit den Vertretern der Unteren Jagdbehörde. Mit seiner Interpretation des Gedichtes „Waidmanns Heil“ von Oskar von Riesenthal appellierte er an die Versammlung sauber und somit waidmännisch zu jagen, für das Wild einzustehen und das Wild vor falschen Natur- und Tierschützern zu behüten.

 

Waidmanns Heil so sein Wunsch an die Versammlung.

 

Vorsitzender Oberfrank zitierte und protokollierte nochmals den letztjährigen Beschluss zur Datenschutzgrundverordnung.

 

Mit Terminhinweisen, dem Dank an die Hegegemeinschaften Rain und Marxheim (hier Anna Schramm und Otto Wippich und deren Helfer, die dieses Jahr die Ver-anstaltung organiserten) und Dank an alle Funktionsträger sowie alle Anwesenden und Mitglieder schloss Vorsitzender Oberfrank mit dem Wunsch von Gesundheit und Waidmanns Heil die Versammlung.

 

 

 

R.O.