Neujahresbrief

 

Zum Jahreswechsel ein kräftiges Waidmannsheil – Neujahresbrief

 

Liebe Kreisvorsitzende, liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

ich hoffe Sie konnten an den zurückliegenden Weihnachtsfeiertagen alle ein paar schöne und ruhige Momente im Kreis der Familie verbringen. Es ist wichtig einmal zur Ruhe zu kommen und Abstand von den täglichen Aufgaben zu bekommen. In der „Staden Zeit“, in der das Tagesgeschäft im BJV etwas zurückgefahren wurde, konnte ich sehr viele angenehme und interessante Gespräche mit Kreisvorsitzenden aus ganz Bayern führen. Es macht stolz zu sehen, wie viel Ideen, Kraft und Möglichkeiten für den BJV hier zur Verfügung stehen und ich bedanke mich für die vielen Angebote der Kooperation und Unterstützung. Nur gemeinsam, können wir Alle den BJV auf neue Beine stellen, gutes Ausbauen und Fehler der Vergangenheit hinter uns lassen.

 

Zum Jahresende darf ich die Gelegenheit nutzen und mich bei allen Vorsitzenden und Funktionären des BJV in Bayern für die ehrenamtlich geleistete Arbeit bedanken. Dieses flächendeckende Engagement im gesamten Freistaat unterscheidet uns von allen anderen, die vorgeben für die Jagd in Bayern sprechen zu können. Wir sind die einzig anerkannte Vertretung der Jagd in Bayern und es ist die Arbeit der Kreisgruppen vor Ort, die diesen Status Tag für Tag festigt. Als langjährig aktiver Kreisvorsitzender in Erding weiß ich wie viel Arbeit, Zeit und auch Mühe mit diesem Ehrenamt zusammenhängt. Bayern ist vielfältig, die Arbeit der Kreisgruppen und Vereine weit gefächert. Umso mehr ist das Engagement, das Sie leisten zu schätzen und zu würdigen. Waidmannsdank!

 

Unverzichtbar ist auch die Geschäftsstelle des BJV, die Ihr ehrenamtliches Engagement hauptamtlich begleitet und die Mitglieder unterstützt soweit das möglich ist. Hier arbeiten motivierte und hoch qualifizierte Mitarbeiter. Ja es gibt einen bestimmten Reformbedarf – aber im Kern wird in der Geschäftsstelle gut und effizient für die Jagd in Bayern gearbeitet. In der gesamten Republik und in den meisten Nachbarländern werden wir für unsere Organisation beneidet. Die Geschäftsstelle ist ein wesentlicher Faktor dafür, dass der BJV seine starke Position für Wild und Jagd behaupten kann.

 

Der BJV hat im ausgehenden Jahr 2019 eine noch nie da gewesene Zäsur samt interner Verwerfungen und Friktionen erfahren. Für das Ansehen der Jagd, die Reputation des BJV und das interne Klima waren diese Vorgänge allesamt nicht förderlich. Das war so sicher nicht nötig und hätte in meinen Augen anders gelöst werden können. In Schrobenhausen ist es uns gelungen wieder Tritt zu fassen und uns auf unsere Aufgaben zu fokussieren. Ich halte nichts von Vorverurteilungen aber auch nichts von blindem Gehorsam oder falsch verstandener Loyalität. Seit Schrobenhausen sind verschiedene Arbeitsgruppen emsig am Arbeiten und vieles konnte auf Schiene gebracht werden. Im Bereich Satzung, Geschäftsordnung, im Bereich der Geschäftsstelle und den Finanzen, sowie im Bereich Öffentlichkeitsarbeit wird alles für den Landesjägertag in Lindau vorbereitet. Ein großer Dank an die vielen ehrenamtlichen Helfer aus den Kreisgruppen und dem Präsidium, die sich hier tatkräftig einbringen. Mit den wöchentlichen Infobriefen am Freitag halten wir Sie auf dem Laufenden, welche Fortschritte wir erreichen.

 

Vieles davon geht mir nicht schnell genug. Man darf aber nicht erwarten, dass alle „nur“ den BJV im Blick haben und der BJV immer an erster Stelle steht. Jeder unserer Mitstreiter hat einen Brotberuf und viele andere Dinge, die ihn beschäftigen. Anders als bei mir, bei dem sich hauptamtlich und ehrenamtlich alles nur um den BJV dreht, muss ich akzeptieren, dass es manchmal etwas dauert. Ich freue mich sehr, dass ich Gleichgesinnte wie unsere Schatzmeisterin, Mechthild Maurer, an meiner Seite im Team habe, die ebenso wie ich für die Sache brennt und sehr viel ihrer sonstigen Aktivitäten zurückstellt, um den BJV in die Zukunft zu führen. Nur mit einem kompetenten und unaufgeregt arbeitenden Team lässt sich die Zukunft des BJV erfolgreich gestalten.

 

Die letzten 17 Jahre im BJV, aber ganz besonders die Zeit nach Schrobenhausen zeigen mir, wie zeitintensiv die Führung eines landesweit tätigen Verbands wie unserem BJV ist. Der BJV ist ein „365 Tage Job“ und zwar von 6 Uhr früh bis abends 22 Uhr. Veranstaltungen, Anrufe, Emails und viele Gespräche füllen den Kalender. Einiges kann delegiert werden, in den meisten Fällen wird aber erwartet, dass die Verbandsführung persönlich anwesend ist, oder tätig wird. Und das ist auch verständlich, dafür gibt es das Amt eines Präsidenten. Um diesen Anspruch zu erfüllen, muss man „full time“ für den BJV verfügbar sein. Wie das zu leisten ist und wem man zutraut diesen Aufwand ohne parteipolitische Vereinnahmung leisten zu können, liegt in der Entscheidung der Delegierten in Lindau.

 

Es freut mich sehr, dass ich Zug um Zug ein Team aufbauen kann, mit dem ich mich in Lindau zur Wahl stellen möchte. Essentiell dafür sind Bewerber, die nicht nur nach einem Ehrenamt suchen, sondern willens sind ihre Zeit ehrenamtlich für die Belange anderer im Sinne der Satzung des BJV einzubringen. Rechtzeitig vor dem Landesjägertag in Lindau werde ich Sie, alle Delegierten und die Mitglieder des BJV über die Zusammensetzung meiner Mannschaft informieren und dafür werben, dass Sie diesem Team dann auch das Vertrauen für die nächsten beiden Jahre schenken. Denn wir werden nicht für 4 Jahre wählen, sondern für 2 Jahre, um dann wieder in den gewohnten Rhythmus einsteigen zu können.

 

Ich strebe eine deutliche Steigerung des Praxisbezugs im BJV an. Im Bereich Niederwild, bei der Schwarzwildbejagung, oder bei Themen rund um die Gams, den Luchs und beim Umgang mit dem Vegetationsgutachten und der Abschussplanung wird der BJV durch Förderprojekte, Schulungsveranstaltungen, Fortbildungen und Symposien mehr Hilfe zur Selbsthilfe für die Revierinhaber anbieten. Der BJV muss „DIE SERVICEEINRICHTUNG“ für seine Mitglieder bleiben und dieses Alleinstellungsmerkmal ausbauen! Für die Öffentlichkeitsarbeit vor Ort, in den Kreisgruppen werde ich dezentrale Informationsveranstaltungen anbieten, die Experten-Hilfe bei der Wildschadensregulierung werden ausgebaut und endlich muss das Thema der Unterstützung bei der Wildbretvermarktung bayernweit umgesetzt werden. Viele weitere Projekte für die Praxis in den Revieren, wie im Bereich der Wildunfallreduzierung oder der Kitzrettung sind zeitnah zu planen und zu realisieren. Parallel bleibt der BJV die Schlüsselstelle für das Jagdhundewesen und unsere Jagdkultur. Dafür gilt es die Strukturen im BJV zu schaffen und das nötige Personal einzuplanen. Die ersten Schritte dazu werden bereits im neu gegründeten Lenkungsausschuss vorbereitet, können aber erst nach einem zustimmenden Votum aus der Delegiertenversammlung in Lindau langfristig festgezurrt werden

 

r die künftige Verbandsführung, wie auch immer diese zusammengestellt sein wird, gibt es eine Fülle an Aufgaben, die rasch erledigt gehören. Der BJV muss zukunftsfähig gemacht werden. „Enkelfit“ sagen manche, für mich heißt das, die politischen und gesellschaftlichen Strömungen in Stadt und Land aufzugreifen und die Arbeit des BJV daran auszurichten. Nur wenn die Akzeptanz der Jagd in der Gesellschaft weiter gegeben ist, wird der BJV erfolgreich sein. Daran werden wir hart arbeiten. Um das zu erreichen, ist es für mich unumgänglich im BJV Präsidium eine repräsentative Vertretung unserer Mitglieder zu etablieren. Die Jugend ist unsere Zukunft und braucht einen Platz im BJV Präsidium. Die Zusammenarbeit mit unseren Partnerverbänden aus dem Bereich des Grundbesitzes und der Naturraum-Nutzer in Bayern muss wieder auf neue Beine gestellt werden. Dazu werde ich unseren Partnern die Hand reichen, Gespräche führen und verloren gegangenes Vertrauen neu aufbauen. Gleichzeitig muss der gute Kontakt zum Bereich des Umwelt- und Naturschutzes gepflegt werden. Als anerkannter Naturschutzverband ist der BJV hier in der Pflicht. Ebenso liegt mir sehr daran wissenschaftliche wildbiologische Erkenntnisse stärker in die Arbeit des BJV einfließen zu lassen. Eine wichtige Aufgabe für die neue BJV Führung sehe ich auch darin, die Gespräche mit dem Deutschen Jagdverband zu intensivieren und Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit auszuloten. Nicht um jeden Preis, aber es ist für mich sinnvoll die Interessen der Jagd auch über die Grenzen des Freistaates besser zu koordinieren. Gegenüber den Behörden und der Politik werden wir die fachliche Kompetenz des BJV und seiner Vertreter stärker betonen und einfordern, dass eine stärkere zwingende Beteiligung des BJV bei allen die Jagd betreffenden Fragen, gegeben sein muss. Wir sind die anerkannte Vertretung der Jagd in Bayern. Das wird zukünftig bei jeder Gelegenheit zum Ausdruck gebracht werden. Dazu gibt es natürlich eine Vielzahl interner Reformen die mit einer Transparenzoffensive einhergehen.  

 

Das alles geht aber nur mit einem starken Votum aus der Delegiertenversammlung in Lindau. Ein zerstrittener, uneiniger BJV hilft nur unseren Gegnern. Unsere Satzung und die Wahlmodalitäten lassen derzeit zu, dass auch Bewerber mit weniger als der Hälfte der abgegebenen Stimmen gewählt werden. Bei mehr als zwei Bewerbern um das Amt des Präsidenten ein durchaus denkbares Szenario. Das macht es dann umso schwerer, einen geeinten BJV nach außen zu vertreten. Ich vertraue hier auf Ihre Weitsicht und Ihre Erfahrung als Delegierte.

 

Ich darf meinen Neujahresbrief schließen mit dem großen Dank an Sie alle, mit den besten Wünschen, vor allem Gesundheit, für das Jahr 2020 und dem aufrichtigen Wunsch in dem beginnenden Jahr 2020 gemeinsam das Beste für unseren BJV zu erreichen.    

 

Mit einem kräftigen Waidmannsheil

 

Thomas Schreder