Einsatz/Genehmigung von Nachtzieltechnik im Landkreis Donau-Ries

 


Mit dem neuen Waffenrecht in Deutschland wurde aus waffenrechtlicher Sicht der Besitz und der Einsatz der Nachtsichttechnik für Jagdscheininhaber erlaubt. Das Jagdrecht aber verbietet den Einsatz. In Bayern kann die Untere Jagdbehörde durch eine Einzelanordnung aus besonderen Gründen dieses Verbot einschränken und den Einsatz von Nachtsichttechnik ausschließlich für die Bejagung von Schwarzwild zulassen. Vielerorts erlassen die Landratsämter statt vieler Einzelanordnungen auch eine Allgemeinverfügung.

Das LRA Donau-Ries genehmigt Nachtzieltechnik nur dem Revierpächter bzw. entgeltlichen Begehungsscheininhabern - und dies nur aufgrund eines  "begründeten" Antrags.

Nach einem Gespräch mit Herrn Landrat Rössle und Frau Langner Anfang August ist eines zu konstatieren: zu den aktuellen  Bedingungen wird es keine Allgemeinverfügung im Landkreis Donau-Ries geben.

Nach Recherchen bzw. auch Rückfrage beim BJV ist die Handhabe des LRA Donau-Ries durchaus auch in anderen bayerischen Landkreisen üblich. Dies ist nach Einschätzung des BJV auch rechtens. Die Bedingungen der Genehmigung werden von LRA zu LRA unterschiedlich gehandhabt. Anbei das Antragsformular von Donauwörth.

Dieses Antragsverfahren gilt für sämtliche Jäger / Jagdausübungsberechtigte - auch für die Bayerischen Staatsforsten oder vergleichbare Institutionen. D.h. die Genehmigung ist immer an einzelne Personen und Gebiete gebunden (könnte aber natürlich auch i.R. einer Allgemeinverfügung anders geregelt werden).

Die Voraussetzungen für eine eventuelle Genehmigung werden seitens der unteren Jagdbehörde nochmals schriftlich zusammengefasst und dann veröffentlicht. Dies ist in Bearbeitung.

Alle Beteiligten sind sich einig, dass das richtige Mittel der Wahl  eine Rechtsverordnung des StMELF wäre. Dies um eine einheitliche Rechtsanwendung in Bayern sicherzustellen. Aber anscheinend ist dies nicht beabsichtigt bzw. wird hier irgendein schwarzer Peter auf die Landratsämter verteilt.

Diese Aussagen beziehen sich auf den Sachstand ehe die Bayerische Staatsregierung dies nochmals in ihrem "Vollzugsschreiben zur Verwendung von Nachtsichttechnik v. 10.8.2020" dargestellt hat. In wie weit dieses hier zu einer Änderung führen könnte, kann ich nicht beurteilen.

Da vereinbart ist, relativ zeitnah nochmals ein Gespräch mit der Unteren Jagdbehörde (zusammen mit dem JV Nördlingen) zu führen, wird dieses Thema nochmals Agendapunkt sein. Der Termin hierzu wird wahrscheinlich noch im September stattfinden.




(Siehe angehängte Datei: Antrag Nachtsichtvorsatzgeräte.docx)
 


Noch eine persönliche Anmerkung: Ob der Einsatz von Nachtzieltechnik eine Verbesserung für unsere Jagd darstellt ist durchaus fraglich. In  laufenden Versuchen ist eindeutig feststellbar, dass es dem Schwarzwild gelingt, sich auch darauf in relativ kurzer Zeit einzustellen. Der Moral und Ethik mancher Jäger - oder besser Jagdscheininhaber dient es auf gar keinen Fall.

Vielleicht werde wir in ein paar Jahren Goethes Zauberlehrling zitieren: "Die ich rief, die Geister - werd ich nun nicht los." oder aber Konrad Adenauer: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, nichts hindert mich, weiser zu werden.“

R.O.