Seltene Pflanzen in den Lechauen

 

 

Ja so etwas gibt es noch: Wilde Orchideen in den Lechauen. Der Gelbe Frauenschuh wird auch Marienfrauenschuh (die Blüte des Gelben Frauenschuhs wird in Legenden im Zusammenhang mit der Mutter Gottes erwähnt) oder auch ganz einfach nur Frauenschuh genannt. Die Form der Blüte führte auch zu dem Namen „Kriemhilds Helm“. Der Gelbe Frauenschuh ist eine der prächtigsten wildwachsenden Orchideenarten Europas. Er gilt nach der Roten Liste als gefährdet und ist nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt. Bevorzugt wächst er vereinzelt in schattigen Laufwäldern oder an buschigen Berghängen in Höhenlagen bis zu 2000 m.

Um auf die besondere Gefährdung und Schutzwürdigkeit dieser Art aufmerksam zu machen, wurde der Frauenschuh 1996 und 2010 zur Orchidee des Jahres gewählt.

Hieraus ergibt sich für Deutschland für den Erhalt der Art eine besondere Verantwortung und eine Berichtspflicht gegenüber der EU. Der Schutz der Vorkommen wird dadurch auch zu einer kommunalen Obliegenheit. Viele lokale Bestände sind in den letzten Jahrzehnten in Deutschland verschwunden. Ursächlich dafür war vor allem die weitreichende Forstwirtschaft, die eine natürliche Waldentwicklung und -dynamik kaum zulässt. Auch Fototourismus trägt zu einem Rückgang der Art bei, da der Boden sich durch häufiges Betreten verdichtet und dadurch neuen Exemplaren den Aufwuchs erschwert. Doch auch Pflanzenliebhaber, die den Frauenschuh ausgraben, um ihn in ihrem eigenen Garten einzupflanzen, tragen wesentlich zum Rückgang der verbliebenen Vorkommen bei. Nicht einmal Botaniker wissen genau, welche Standortfaktoren zu einem geeigneten Frauenschuh-Biotop gehören. Die Umstellung auf das Kleinklima eines Gartens verkraften die Pflanzen in der Regel nicht und sterben frühzeitig ab. An zu schattigen Standorten bildet der Frauenschuh meist nur Blätter aus und verschwindet nach einiger Zeit ganz.

 

Bestehende Vorkommen sind absolut zu schützen, da Wiederansiedlungen oder die Reaktivierung der generativen Vermehrung sehr schwierig sind.

 

„Es gilt zu hoffen, dass diese besondere Pflanze uns in unseren Gefilden erhalten bleibt“ und alle „Naturnutzer“ ob privat oder gewerblich, darauf Rücksicht nehmen“, so Robert Oberfrank, Vorsitzender des Jagdverbandes Donauwörth.

 

 

R.O.