„Blattjagd“

 



Schon seit Jahrhunderten verwendet man den Begriff „Blattjagd“. Zurückzuführen ist dieser Ausdruck auf die Jagd auf den Rehbock mittels eines „Blattes“. Hierzu können unterschiedliche Materialien dienen: ob Buchen- oder Fliederbuschblatt, Gras- oder Strohhalm, Birkenrinde oder ein anderes dünnes und weiches Naturprodukt. Theoretisch kann es auch ein Geldschein sein. Auch heute noch beherrschen einige Jäger/innen diese Kunst.

 

Von der Kunst der Blattjagd wusste Hubert Weikhart vor rund 60 Jägerinnen und Jägern des Jagdverbandes Donauwörth einiges zu berichten. Hubert Weikhart, 32 Jahre alt, Spross einer Jäger-und Försterfamilie, selbst Revierleiter bei den BaySF, sprudelte vor jagdlichen Erlebnissen und somit Erfahrung. Ihm gelang es mit praktischen Beispielen und Schilderungen von seinen Blattjagderlebnissen die Anwesenden lebensnah teilhaben zu lassen. „Kopfkino“ lief ab – so Vorsitzender Robert Oberfrank. Man merkte bald: „ein Profi seines Fachs“. Nach Grundsätzlichem zur Rehwildjagd und einer kurzen wildbiologischen Einführung gliederte sich sein Vortrag in Vorbereitung, Ausrüstung und die „Blattjagd“ als solches. Ob Witterung, Uhrzeit, Standwahl u.v.w.m. – der Profi hatte viele Tipps parat. Natürlich kam auch die Frage nach dem richtigen „Blatter“ auf. Dies ist, so der Fachmann, aus seiner Sicht eher zweitrangig. Der Umstand ist wesentlich wichtiger. Grundsätzlich gilt: „Es ist Brunftzeit, aber noch keine Blattzeit.“ Diese beginnt erst im August. Auf den Blatter springt der Bock erst, wenn die Geißen nicht mehr brunftig sind, der Hormonspiegel beim Bock aber immer noch hoch ist.

 

R.O.