Warnung vor erhöhtem Risiko von Wildunfällen während der Zeitumstellung
Am 30. März wird die Uhr wieder auf Sommerzeit umgestellt – ein Ereignis, das auch die Verkehrssicherheit beeinflusst. Durch die veränderten Lichtverhältnisse fällt ein Teil des Berufsverkehrs wieder in die Dämmerung, die Hauptaktivitätszeit vieler Wildtiere.
Die meisten Wildunfälle ereignen sich insbesondere zwischen 5 und 7 Uhr morgens sowie zwischen 21 und 23 Uhr abends Während dieser Zeit herrscht im Wald und auf den Wiesen die Rush Hour der Tierwelt.
Wildtiere in der Frühe und am Abend auf Futtersuche
Tiere wie Rehe, Füchse, Hasen und Wildschweine folgen laut Albert Reiner und Robert Oberfrank den Vorsitzenden vom Jagdverband Donauwörth, weiterhin ihrem natürlichen Rhythmus und sind vor allem in den Morgen- und Abendstunden auf Futtersuche oder auf dem Weg in ihre Einstände unterwegs. Frisches Grün sowie Streusalzreste lockt sie vermehrt an die Straßenränder. Revierkämpfe treiben zudem junge Rehböcke auf ungewohnte Wege.
Die Zahl der Wildunfälle in Deutschland steigt – alle zwei Minuten ereignet sich ein Unfall mit Rehen, Wildschweinen oder anderen Wildtieren. Aus diesem Grund ist es für Autofahrer besonders wichtig, vorausschauend zu fahren und ihre Geschwindigkeit anzupassen.
Mehr Autos, mehr Wildunfälle
Die steigende Verkehrsdichte trägt maßgeblich zur Zunahme von Wildunfällen bei. In Bayern wurden 2024 rund 80.000 Wildunfälle registriert, darunter 1.300 im Landkreis Donau-Ries. Besonders betroffen sind Rehe (913 Unfälle) und Hasen (235 Unfälle), während nur 22 Kollisionen mit Wildschweinen gemeldet wurden. Experten warnen: Unachtsamkeit, hohe Geschwindigkeit und fehlende Sensibilität sind häufige Ursachen.
Maßnahmen zur Unfallvermeidung
Neu gebaute Straßen können den Lebensraum von Wildtieren durchtrennen, aber die Tiere folgen oft weiterhin ihren gewohnten Wegen, auch über die Straße. Wildtierfreundliche Bepflanzungen entlang von Straßen wie Streuobstbäume, wilde Kräuter und Blühstreifen ziehen Wildtiere magisch an und sollten vermieden werden. Die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft aber auch Spaziergänger mit freilaufenden Hunden treiben immer mehr Wildtiere vor die Autos.
Jägerinnen und Jäger können durch Intensivierung der Bejagung in Straßennähe das Verhalten der Wildtiere beeinflussen. Viele Jäger in Bayern installieren auf eigene Kosten Wildwarnreflektoren oder Duftzäune am Straßenrand, um die Anzahl der Wildunfälle zu verringern.
Autofahrer sollten in Dämmerungszeiten besonders aufmerksam fahren. Warnschilder und blaue Wildwarnreflektoren an Leitpfählen deuten auf bekannte Wildwechsel hin.
Eine geplante Plakataktion im Landkreis Donau-Ries soll auf die Gefahr von Wildunfällen hinweisen. Die Botschaft lautet: „Denk daran: Sei bremsbereit!“ Verkehrsteilnehmer, Behörden und Jäger müssen zusammenarbeiten, um das Unfallrisiko zu minimieren.
Letztendlich liegt es an jedem einzelnen Verkehrsteilnehmer, durch angepasstes Verhalten und Achtsamkeit dazu beizutragen, Wildunfälle zu vermeiden, denn der Hauptgrund für Wildunfälle ist allzu oft eine zu hohe und unangepasste Geschwindigkeit.
R.O.